
Infrarot-Fotografie: Mausohrkolonie der Schlossfledermäuse, Hangplatz im Juli
Tübinger Schlossfledermäuse
Viele Jahre wurde der Schlosshof zum Schutz der Mausohrkolonie nicht mehr für abendliche Veranstaltungen genutzt.
Im Tübinger Theatersommer 2004, 2005 und 2006 sollte nun untersucht werden, ob ein verträgliches Miteinander zwischen Fledermausschutz und kulturellem Interesse langfristig möglich ist.
Wir vom Flederhaus/AGF überwachen jedes Jahr ab Mai die Kolonie mit einer IR Videokamera. Ton und Bildmaterial gaben Aufschluss über die Aktivitäten der Kolonie während der Aufwachphase und vor dem Ausflug der Mausohren.
Während der abendlichen Theaterveranstaltungen wurde die Kolonie meist "online" überwacht.
 |
Ergebnis 2006: die Vorstellungen enden zur vereinbarten Uhrzeit, es konnten keine Unregelmäßigkeiten beim Ausflugverhalten festgestellt werden.
Während der Aufführungen zeigte die Kolonie keine erkennbare Reaktion auf das Schauspiel. |
Geschichte der Tübinger Schlossfledermäuse
Mindestens seit 1879 nutzen Fledermäuse den Tübinger Schlosskeller als Winterquartier.
Im Sommer wohnten Großen Mausohren auf den Dachböden vom Schloss Hohentübingen
Im Jahr 1968 begann eine umfangreiche Restaurierung des Schlosses. Mitte der 70iger Jahre wurde dann das Dach des Südflügels renoviert. Nach damaligen Wissen wurde die Renovierung fledermausfreundlich und im Herbst durchgeführt.
Wie gefährlich Holzschutzmittel für Fledermäuse sind, war damals noch nicht bekannt. Die Mausohren reagierten sofort und zogen nicht mehr ins Dach ein.
Die Kolonie mit ca. 250 Tieren war verschollen.
Erst Jahre später tauchte die Kolonie wieder in den warmen Lüftungsschächten im Schlosskeller auf.
Seither ziehen die Mausohren im Keller jedes Jahr ihre Jungen auf. Anfang August verlassen die ersten Mausohrweibchen ihre Kellerwohnung und ziehen in Zwischenquartier um. Einige Wochen später ziehen auch die erwachsenen Jungtiere aus. Weder die Zwischen- noch die Winterquartiere der Tübinger Schlossfledermäuse sind uns bekannt.
> Mehr historische Infos und Schloßnutzung
|